arbeitssicherheit tuerkisAusbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa)

Der Bereich Arbeitssicherheit in Unternehmen umfasst die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Arbeitgeber aller Branchen tragen die Verantwortung dafür. Damit diese wissen, was im Bereich Arbeitssicherheit aktuell und zu tun ist, werden Sie von Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sifa) unterstützt.

Seit dem 01.07.2023 wird die Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit nach dem Ausbildungskonzept „Sifa 3.0“ der DGUV durchgeführt. Grundlage dieser neu entwickelten Weiterbildung ist die Ermöglichungsdidaktik. Fachkräfte für Arbeitssicherheit werden somit deutlich kompetenzbasierter und praxisorientierter auf Ihre späteren beruflichen Aufgaben vorbereitet. Sie können in nur ca. 6,5 Monaten die Vollzeitweiterbildung absolvieren und die Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit erwerben.

Der Abschluss der Ausbildung ist sowohl staatlich als auch berufsgenossenschaftlich anerkannt und basiert auf den Verordnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der DGUV. Im Wechsel von Online-, Präsenz- und Projektphasen sowie der Nutzung einer internetbasierten Lernwelt lernen Sie im Seminarraum, im Praxisunternehmen oder zuhause.

Seit mehr als 25 Jahren bieten wir die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, nach dem jeweiligen Ausbildungskonzept, in stetiger Aktualität und in Zusammenarbeit mit Fachpersonal aus der Praxis an. So stellen wir hohen Praxisbezug sicher! Wir starten unsere Ausbildungen 3 – 4 mal im Jahr im Herzen Berlins, in Ludwigshafen am Rhein und künftig auch in Hamburg.

Ablauf Fachkraft fuer Arbeitssicherheit SIFA 3 0

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Lernfeld 1 – Einführung in die Aufgaben und Rolle der Sifa

Mit den Handlungssituationen A und B werden die angehenden Sifa‘s Schritt für Schritt auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet.

In Handlungssituation A - „Die Sifa startet in ihre neue Tätigkeit und bereitet sich auf die Vorstellung im eigenen Betrieb vor“ steht die Vorstellung im eigenen Betrieb im Fokus, d.h. neben inhaltlichen Aspekten geht es auch um die mediale Umsetzung der Vorstellung. Die angehende Sifa muss sich mit den Aufgaben und Rollenanforderungen auseinandersetzen. Sie reflektiert über ihre eigenen Beweggründe, Sifa werden zu wollen und nimmt auch die strukturellen Handlungsbedingungen in ihrem Betrieb in den Blick. Unabhängig ob sie neu im Betrieb ist oder eine neue Rolle einnimmt.

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben nach § 6 ASiG die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen der Arbeitssicherheit einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit zu unterstützen. Aus diesem Grund ist für die angehende Sifa von größter Relevanz, frühzeitig, d. h. bereits während der Ausbildung, ein erstes Gespräch mit der obersten Leitung ihres eigenen Betriebs zu führen, um die zukünftige Zusammenarbeit zu besprechen. In Handlungssituation B - „Die Sifa hat einen Termin mit der obersten Leitung und bereitet sich auf das Gespräch vor.“ entwickelt die angehende Sifa Schritt für Schritt ein Verständnis für die Themen, welche Gegenstand des abschließenden Gesprächs mit ihrer obersten Leitung sein sollten. Dabei geht es auch um einen stetigen Abgleich mit den Bedingungen und dem Stand des Arbeitsschutzes im eigenen Betrieb, welcher in eine erste Beratungsstrategie mündet.


Lernfeld 2 – Arbeitssystem und betriebliche Organisation

Im Lernfeld 2 steht die Entwicklung einer ganzheitlichen, systemischen Perspektive sowohl auf das Unternehmen und die Arbeitsschutzbelange als auch auf die eigene Beratungstätigkeit im Fokus.

Handlungssituation C – „Die Sifa erstellt eine erste Übersicht zum Stand des Arbeitsschutzes im Betrieb.“ erfordert von der Sifa, eine übergreifende Perspektive auf das Unternehmen als Ganzes einzunehmen. Sie muss sich mit den Anforderungen auseinandersetzen, wie der Zustand des Arbeitsschutzes für das gesamte Unternehmen erfasst und dargestellt werden kann. Dies erfordert sowohl den Blick auf die geeignete Organisation als auch den Blick auf die Arbeitsbedingungen. Für den Zustand der „geeigneten Organisation“ werden drei wesentliche Anforderungen (Integration in die Aufbauorganisation und in die Ablauforganisation und Arbeitsschutz als PDCA-Zyklus managen) bearbeitet. Zum Zustand der Arbeitsbedingungen erfolgt die Aneignung eines systematischen Vorgehens mit dem Beschreibungsmodell „Arbeitssystem“ und mit dem „Auflösungskegel“ zur Gewinnung der Gesamtperspektive auf die Arbeitsbedingungen im Unternehmen. Das Verständnis des Konzepts der Beurteilung der Arbeitsbedingungen wird entwickelt und aus verschiedenen Rollenperspektiven reflektiert. Eine erste Annäherung an die Gewinnung einer solchen übergreifenden Perspektive erfolgt über die Auseinandersetzung mit einem vorliegenden Jahresbericht (Unternehmen „BeiSpiel“) und dessen Aussagekraft zum Zustand des Arbeitsschutzes im gesamten Unternehmen. Dies wird im Unternehmen „BeiSpiel“ weitergeführt und durch entsprechende Bearbeitungen und Reflexionen der Aufgabenstellung in SOL und Praktikum 3 eingeübt und im eigenen Betrieb angewendet. Das Vorgehen erfordert verschiedene kommunikative Prozesse mit unterschiedlichen Gesprächspartnern. Die Kooperationspartner und -erfordernisse müssen identifiziert werden.

Handlungssituation D - „Die Sifa setzt Schwerpunkte für die eigene Tätigkeit im Betrieb.“ spiegelt diese Gesamtperspektive auf die Konsequenzen für das eigene effiziente und effektive Tätigwerden. Die Sifa soll erleben, dass aus der Gesamtperspektive bedarfsbezogen Handlungsfelder abzuleiten und in jedem Betrieb unter Berücksichtigung weiterer Handlungsanlässe anders zu priorisieren sind.


Lernfeld 3 – Beurteilung von Arbeitsbedingungen

Im Lernfeld 3 steht die Aufgabe der Sifa, bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen, im Fokus. Die drei Handlungssituationen greifen verschiedene Aspekte auf.

Handlungssituation E - „Die Sifa informiert und sensibilisiert eine Führungskraft zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen.“ greift verschiedene Aspekte aus Lernfeld 2 (Zustand der Arbeitsbedingungen, Beurteilung der Arbeitsbedingungen, effektiv und effizient tätig werden) wieder auf und führt diese fort. Die Sifa entwickelt ihre Beratungsstrategie im Hinblick auf die kooperative Zusammenarbeit mit den Führungskräften und ihre Aufgabe nach DGUV Vorschrift 2 (Implementierung eines Gesamtkonzepts – zum Grundanliegen informieren und sensibilisieren) weiter.

Handlungssituation F - „Die Sifa unterstützt eine Führungskraft zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen.“ stellt den Kern des Lernfelds dar. Die Sifa eignet sich die ersten vier Schritte der Beurteilung der Arbeitsbedingungen an und übt diese ein. Neben der Weiterentwicklung des erforderlichen Know-hows steht auch die kooperative Zusammenarbeit mit den betrieblichen Partnern und die Selbstorganisation im Fokus.

In Handlungssituation G - „Die Sifa unterstützt bei der Einführung eines Gesamtkonzepts zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen.“ soll die Sifa die Erkenntnisse aus der Durchführung der Beurteilung für Unternehmen spiegeln. Die Beratungsstrategie wird im Hinblick auf eine unternehmensweite Strategie weiterentwickelt.


Lernfeld 4 – Arbeitssystemgestaltung

Im Lernfeld 4 steht die Aufgabe der Sifa, bei der Gestaltung von bestehenden und geplanten Arbeitssystemen zu unterstützen, im Fokus.

Handlungssituation H - „Die Sifa unterstützt Führungskräfte bei der Gestaltung bestehender Arbeitssysteme“ ist der Kern des Lernfeldes 4. Sie knüpft an das Lernfeld 3 und die dort bereits durchlaufenen Schritte zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an. Die Sifa eignet sich die Schritte 5 und 6 der Beurteilung der Arbeitsbedingungen an und übt diese ein. Neben der Weiterentwicklung des erforderlichen Know-hows steht auch die kooperative Zusammenarbeit mit den betrieblichen Partnern, die Reflexion der eigenen Rolle und die Selbstorganisation im Fokus.

Handlungssituation I - „Die Sifa unterstützt bei der Planung neuer Arbeitssysteme“ ist als Einschub zu verstehen. Bevor die Sifa ihr betriebliches Projekt und damit auch die Handlungssituation H zur Gestaltung bestehender Arbeitssysteme fortsetzt, befasst sie sich in einem Planspiel mit Planungsprozessen und der Gestaltung eines neuen Arbeitssystems.


Lernfeld 5 – Integration des Arbeitsschutzes in die betriebliche Organisation

Im Lernfeld 5 steht die Aufgabe der Sifa, die oberste Leitung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation zu unterstützen, im Fokus.

Handlungssituation J - „Die Sifa unterstützt die oberste Leitung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation und entwickelt eine Vorgehensweise“ knüpft an das Praktikum im Lernfeld 2 an. Die Sifa setzt an den dort erzielten Ergebnissen zum Stand der geeigneten Organisation im eigenen Betrieb an und nimmt eine Konkretisierung der Ergebnisse vor (Entwicklung einer Vorgehensweise zur Analyse und Beurteilung des Stands der geeigneten Organisation hinsichtlich Management von Sicherheit und Gesundheit sowie Präventionskultur).

Handlungssituation K - „Die Sifa unterstützt bei der Ausgestaltung der Organisation“ führt die Ergebnisse aus dem Lernfeld 2 für das Unternehmen BeiSpiel weiter: Die Sifa übt die Schritte zur Ableitung des Handlungsbedarfs erneut ein und entwickelt ein Konzept zur Umsetzung und Implementierung von geeigneten Maßnahmen.

Handlungssituation L - „Die Sifa berät die oberste Leitung zur Implementierung des Arbeitsschutzes in die betriebliche Organisation“ stellt den dritten Schritt dar: Die Beratung der obersten Leitung. Die Sifa greift auf ihre (auf den eigenen Betrieb bezogenen) Ergebnisse aus der Handlungssituation J zurück und berät die oberste Leitung exemplarisch zu Handlungsbedarfen, Zielen, Konzepte und möglichen Maßnahmen.

Am Ende steht die LEK 5, in der sowohl das im Rahmen des betrieblichen Projekts gezeigte Know-how, als auch die Beratungs- und Moderationsperformance der Sifa im Rahmen der Bearbeitung von Praxisbeispielen im Seminar bewertet werden.


Lernfeld 6 – branchenspezifische Ausbildung

Die branchenspezifische Ausbildung beruht auf der DGUV Vorschrift 2 der jeweiligen Unfallversicherungsträger.

CQ wird voraussichtlich die Branchenabschlüsse Bau und Metall anbieten. Darüber hinaus kann die Branchenspezifik bei den jeweiligen Unfallversicherungsträger absolviert werden.


Prüfungen

Die Lernerfolgskontrollen (LEK) 1 – 4 sind Abgabeprüfungen. D.h. die schriftliche Ausarbeitung wird in der Sifa-Lernwelt hochgeladen.

Die LEK 5 ist eine Präsenz-Prüfung am jeweiligen Lehrgangsort (Berlin oder Ludwigshafen). Die LEK 6 wird je nach Branchen ausgestaltet.

Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Ausbildung sind: 2 Jahre Berufserfahrung als Ingenieur, Techniker oder Meister (m/w). Alternativ ist eine Zulassung zur Ausbildung möglich, wenn Sie eine gleichwertige Tätigkeit über mindestens vier Jahre nachweisen. Bitte sprechen Sie uns für eine mögliche Einzelfallentscheidung an, um als Sifa in Ihrem Unternehmen Verantwortung zu übernehmen.

Als Fachkraft für Arbeitssicherheit nehmen Sie eine Stabsfunktion bei der Geschäftsleitung ein und berichten dieser direkt oder Sie stehen als externer Dienstleister dem*r Geschäftsführer*in beratend zur Seite. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit hat eine entscheidende Rolle, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden in Unternehmen zu erhalten.

Qualifizieren Sie sich in unserem Haus auch zum*r Brandschutzbeauftragten oder Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (m/w) und erweitern Sie damit Ihr berufliches Spektrum. Diese Angebote können Sie gemeinsam mit der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit buchen. Der "Weiterbildungskatalog Arbeitssicherheit, Brandschutz, SiGeKo" ist - ebenso wie die Einzelprodukte - AZAV-zertifiziert und damit durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die DRV förderfähig.

Bundesagentur für Arbeit Logo.svg

Für Arbeitsuchende ist die Finanzierung mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit und der Jobcenter möglich über Maßnahmenummer: 962/654/2023. Die Weiterbildungsmaßnahme umfasst 668 Lerneinheiten à 45 min und 525 Projektstunden in Unternehmen. Wir beraten Sie gern und erstellen ein Angebot.

Als Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten können Sie eine Beschäftigtenförderung (ehemals WeGebAU) von bis zu 75% der Kosten beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit berät Sie gern.

Eine Übersicht der diversen Möglichkeiten finden Sie in unserer Liste der Fördermittel

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